Mit dem Projekt trägt das Forum für Klima und globalen Wandel (ProClim) aktiv zu einer konstruktiven Klimakommunikation bei. Auf wissenschaftlicher Grundlage werden Zukunftsbilder einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet.

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Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern

Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: Übersichtsbild
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: ÜbersichtsbildBild: Elena Kaeser / Simone Stolz (ZHdK Knowledge Visualization)
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: Übersichtsbild
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: ÜbersichtsbildBild: Elena Kaeser / Simone Stolz (ZHdK Knowledge Visualization)

Wie könnte ein klimaneutraler Kanton Luzern 2050 aussehen? Das Projekt Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern des Kantons Luzern, dem Forum für Klima und globalen Wandel (ProClim) und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) möchte mit neuen Wegen der Wissenschaftskommunikation die Akzeptanz von Klimaschutz- und Anpassungsmassnahmen erhöhen und Lösungen ins Gespräch bringen.

Im Rahmen des Projekts entwickelte ProClim eine transdisziplinäre Methodik. Diese ermöglicht es, Zukunftsbilder zu schaffen, die realistisch, wissenschaftlich fundiert und von der Gesellschaft akzeptiert werden. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt in Burgdorf (BE) wurde der Fokus nun auf den Kanton Luzern gelegt. Die Visualisierungen werden den Luzerner Gemeinden und interessierten Organisationen / Vereinen für eine wirkungsvolle Klimakommunikation zur Verfügung gestellt.

5 Detailbilder

Die Möglichkeiten für Klimaschutz und Klimaanpassung sind vielfältig. Die fünf Detailbilder zeigen:

  • eine herbstliche Feierabendstimmung in einem Luzerner Dorf,
  • eine Mittagspause in einem Industriegebiet,
  • ein sommerlicher Nachmittag in einer Luzerner Stadt,
  • ein Wochenendtag im Frühjahr in einer Luzerner Bergregion, und
  • ein idyllischer Sommermorgen in der Luzerner Landschaft.

Was ist auf den Bildern zu sehen?

Die Zukunftsbilder sind Visionen und zeigen Lösungen im Klimaschutz und der Klimaanpassung auf. Eine Übersicht und Erklärung der auf den Bildern dargestellten Aspekte liefern die nummerierten Detailbilder in Kombination mit dem Erklärungsposter. Diese Handlungsoptionen sind von ProClim formuliert und müssen nicht zwingend der Meinung des Kantons Luzern entsprechen.

Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: Dorf
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: DorfBild: Elena Kaeser / Simone Stolz (ZHdK Knowledge Visualization)
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: Dorf
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: DorfBild: Elena Kaeser / Simone Stolz (ZHdK Knowledge Visualization)

Wasser speichern, versickern und verdunsten nach dem Schwammstadtkonzept

Die klimanagepasste Stadt funktioniert wie ein riesiger Schwamm, der das Wasser bei Regen aufsaugt und während Hitzeperioden wieder abgibt und dadurch kühlend wirken kann. Zur Förderung des «Schwammstadtkonzepts» können beispielsweise unterirdische Wasserläufe oder betonierte Flächen freigelegt und sickerfähiges Material gewählt werden. Bäche, Teiche oder Brunnen sorgen zusätzlich für Abkühlungs- und Versickerungsmöglichkeiten.

Lokale Nahrungsmittelproduktion

An Marktständen, in Hofläden oder in Selbstbedienungsläden werden lokal produzierte Nahrungsmittel angeboten. Dies ermöglicht lokalen Produzierenden ihre saisonale Ware ohne Zwischenhandel zu verkaufen. Die Förderung von lokaler Nahrungsmittelproduktion reduziert die Transportwege und die damit verbundenen Emissionen. Zusätzlich sorgt sie für eine Sensibilisierung der Konsumentinnen und Konsumenten: Sie verstehen, was gerade lokal und saisonal produziert werden kann.

Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Verkehrs

Der öffentliche Verkehr ist attraktiv, da Busse und Züge regelmässig und auch in entlegene Gebiete fahren. So benutzen mehr Personen den ÖV anstelle des Autos.

Anbindung der Agglomeration

An wichtigen Knotenpunkten wie dem Bahnhof gibt es die Möglichkeit, das eigene (E-)Bike sicher abzustellen oder ein Leihrad günstig auszuleihen. Pendlerinnen und Pendler aus der Agglomeration können so ohne Zeitverlust auf den Zug oder Bus umsteigen. Und sie tun dabei noch etwas für ihre Gesundheit!

Auf- und Ausbau der Ladeinfrastruktur

Die Zukunft ist elektrisch. Eine gute Ladeinfrastruktur am Wohnort, beim Arbeitsplatz und bei öffentlichen Orten wie Einkaufszentren, Sporteinrichtungen oder am Bahnhof sorgt dafür, dass das Auto unkompliziert geladen werden kann – bspw. auch um die Mittagszeit, wenn besonders viel Solarstrom produziert wird. Im Idealfall wird ein Fahrzeug ausserdem von mehreren Personen genutzt (Shared-Mobility).

Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: Industrie
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: IndustrieBild: Elena Kaeser / Simone Stolz (ZHdK Knowledge Visualization)
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: Industrie
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: IndustrieBild: Elena Kaeser / Simone Stolz (ZHdK Knowledge Visualization)

CO2-Entnahme und -Speicherung

Einige Treibhausgasemissionen können bis 2050 nicht vollständig vermieden werden. Anstatt das CO₂ in die Atmosphäre zu lassen, kann dies eingefangen und langfristig eingelagert werden (CO₂-Entfernung und -Speicherung). So kann z. B. das CO2, das in einer Kehrichtverbrennungsanlage oder bei der Betonherstellung entsteht, direkt an der Quelle wieder eingefangen werden. Das aufgefangene CO2 kann zum Beispiel verflüssigt in Tanks gefüllt und via Zug, Lastwagen, Schiff oder Pipeline an den geeigneten Speicherort transportiert werden, wo es dauerhaft eingelagert wird. Wichtig ist: Die Vermeidung von Emissionen hat immer Vorrang vor dem Einsatz von CO₂-Entfernung und -Speicherung.

Fernwärme

Fernwärme nutzt die Abwärme aus Industrie, Grosswärmepumpen oder Müllverbrennungsanlagen als Heizung für die in der Nähe gelegenen Privathaushalte. Die Wärme wird so zentral erzeugt und dann von dort aus verteilt. So können die CO2-Emissionen im Vergleich zu konventionellen Öl- oder Erdgasheizungen um bis zu 60 % gesenkt und durch den Anschluss an ein Fernwärmenetz ganze Stadtteile beheizt werden.

Hochwasserschutz

Wenn Extremwetterereignisse wie Starkniederschläge und Überschwemmungen zunehmen, braucht es einen wirksamen Hochwasserschutz. Dies kann zum einen durch Renaturierung passieren: Dabei erhalten kanalisierte Flüsse wieder ihren natürlichen Raum und Überschwemmungen werden dadurch abgemildert. Zum anderen können technische Elemente wie Hochwasserschutzanlagen, Deiche, Rückhaltebecken oder Flutpolder eingesetzt werden, um vor Überschwemmungen zu schützen.

Ausbau erneuerbare Energieproduktion

Durch die Elektrifizierung steigt bis 2050 der Energiebedarf. Solarenergie wird einen Grossteil davon abdecken – primär auf Dächern und Fassaden. Zusätzlich zu Solaranlagen sollte die Windkraft ausgebaut werden. Diese ist vor allem im Winter wichtig, wenn die Solaranlagen weniger produzieren.

Die Vernetzung von Strom und Wärme wird wichtiger. Im Sommer entlasten überschüssige Solarstrommengen das Netz, indem sie bspw. für Kühlanlagen genutzt werden. Gebäude werden an Fernwärmenetze angeschlossen, die bspw. aus Biomasse oder der Müllverbrennung stammen.

Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: Stadt
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: StadtBild: Simone Stolz / Elena Kaeser
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: Stadt
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: StadtBild: Simone Stolz / Elena Kaeser

Begrünung und Beschattung von öffentlichen Räumen

In Schweizer Städten ist es aufgrund des Hitzeinseleffekts oftmals über 5 °C heisser als in den umgebenden ländlichen Regionen. Gebäude, Beton und Asphalt in einer Stadt speichern Wärme und kühlen im Vergleich zum Umland nachts langsamer ab. Abwärme von Heizungen, Kühlsystemen und anderen technischen Anlagen heizen die Stadt zusätzlich auf. Schmale Strassenschluchten schränken die Durchlüftung ein. Was tun? Bäume, Sonnensegel und Unterstände bieten Schatten. Entsiegelte Flächen (siehe Punkt 3, «Schwammstadt») kühlen die Stadt ab. Begrünte Flächen, Fassaden und Dächer schaffen ein angenehmes Klima.

Neuen Raum schaffen / Raum neu nutzen

Öffentliche Plätze werden attraktiv und klimaangepasst gestaltet. Manche Orte dienen neu als Spielplätze, Parkanlagen oder der Mehrfachnutzung für Märkte oder Feste. Diese Orte für Begegnungen dienen als «Cool-Spots» während heissen Tagen, steigern die Lebensqualität und fördern den interkulturellen und intergenerationellen Austausch.

Raum für Biodiversität schaffen

Für Amphibien, Reptilien, Insekten und Vögel können Städte wertvolle Lebensräume sein. Solche Lebensräume lassen sich mit einheimischen Pflanzen wie Obstbäumen, Sträuchern und Blumen schaffen – aber auch mit Biotopen, Nistkästen oder Trockenmauern.

Förderung der Kreislaufwirtschaft

Mit der Kreislaufwirtschaft wird angestrebt, Produkte durch Teilen, Ausleihen, Reparieren, Aufarbeiten oder Recyceln möglichst lange zu nutzen. An Tauschbörsen, Flohmärkten, Brockenstuben und Second-Hand-Läden finden nicht mehr verwendete Habseligkeiten wie Bücher, Spielzeuge, Kleidung, Schuhe usw. neue glückliche Besitzerinnen und Besitzer. Dies schont nicht nur Ressourcen, sondern bringt auch Menschen zusammen. Bei dieser Massnahme ist es wichtig, das grosse Ganze nicht aus den Augen zu verlieren: Es ist grundsätzlich am Wichtigsten, den persönlichen Konsum zu reduzieren und das Notwendige in hoher Qualität zu erwerben. Das Tauschen oder Verkaufen rechtfertigt daher keinen Konsum von Neuware.

Regionale, saisonale und pflanzenbasierte Ernährung

Aus Sicht des Klimaschutzes ist es sinnvoll, wenn die Landwirtschaft auf graslandbasierte Milchwirtschaft setzt und den Tierbestand reduziert. Dies ist jedoch nur zielführend, wenn der Schweizer Konsum sich dementsprechend verändert. Sonst wird nämlich der fehlende Teil lokaler Produktion durch den Import von Milch- und Fleischprodukten aus dem Ausland kompensiert, was gar zu einer Steigerung der Emissionen führen kann.

Steigerung des Fuss- und Veloverkehrs

Stadträume regen durch ein zusammenhängendes, sicheres und allenfalls getrenntes Netz zum Radfahren und Zu-Fuss-Gehen an. Dieser Aktivverkehr fördert nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern reduziert auch die verkehrsbedingten Emissionen, den Verkehrslärm und erhöht die Sicherheit für alle Beteiligten.

Cargovelos

Transportfahrten in Städten werden teilweise mittels Transport-/Cargovelo gemacht, sei dies für Güter- wie für Kindertransporte. Diese Velos können elektrisch oder mittels Muskelkraft betrieben werden. Auch hier helfen Sharingangebote, damit nicht jede und jeder ein solches besitzen muss.

Intergenerationeller Austausch

Der Klimawandel kann nicht durch eine Person allein gebremst werden. Für wirksamen Klimaschutz braucht es gemeinsames Handeln. Ein starker sozialer Zusammenhalt, kollektives Denken und der Austausch zwischen den Generationen kann Klimaschutz voranbringen.

in reduzierter, entschleunigter Lebensstil kann den Ressourcen- und Energieverbrauch verringern. Er basiert auf dem Prinzip der Suffizienz – also dem Leben mit weniger Konsum. Dies kann die Lebensqualität steigern, etwa durch mehr Zeit für soziale Kontakte. Solch ein «Slow Living»-Ansatz geht oft mit einem Wertewandel einher: weg von materiellem Besitz, hin zu Achtsamkeit und Verbundenheit. Dieses Konzept richtet sich vor allem an wohlhabendere Gesellschaften mit hohem Konsumniveau, setzt jedoch gewisse persönliche Freiräume und Ressourcen voraus.

Entschleunigung des Lebensstils

Das Konzept des «Slow Living» findet vor allem in wohlhabenden Ländern Anwendung, in denen ein hoher Konsum zur globalen Umweltbelastung beiträgt. Gleichzeitig erfordert ein entschleunigter Lebensstil bestimmte Ressourcen und Freiheiten, die nicht allen Menschen in gleich hohem Mass zur Verfügung stehen.

Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: Tourismus
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: TourismusBild: Simone Stolz / Elena Kaeser (ZHdK Knowledge Visualization)
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: Tourismus
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: TourismusBild: Simone Stolz / Elena Kaeser (ZHdK Knowledge Visualization)

Förderung des Lokal/Regionaltourismus

Bergregionen macht die abnehmende Schneesicherheit im Winter zu schaffen. Gleichzeitig werden mit den steigenden Sommertemperaturen «kältere» Sommerdestinationen beliebter. Die Tourismusgebiete können mit der Schaffung von Angeboten dafür sorgen, dass der Lokaltourismus noch attraktiver wird. Lokaltourismus verringert nicht nur die Emissionen durch kürzere Anreisen, sondern stärkt auch die regionale Wirtschaft und fördert das Bewusstsein für lokale Ökosysteme.

Klimaresiliente Wälder

Der Wald muss seine verschiedenen Funktionen wie Schutz vor Naturgefahren, Lebensraum für verschiedene Arten, Erholungsraum und Holzproduktion auch unter veränderten Klimabedingungen erfüllen. Um unsere Wälder klimafit zu machen, müssen beispielsweise geeignete Baumarten gewählt werden, die an höhere Temperaturen und trockenere Sommer angepasst sind.

Umnutzung bestehender Infrastrukturen

Viele Schweizer Skigebiete, besonders solche unter 1500 M. ü. M. (bspw. Teile des Skigebiets Sörenberg), leiden mit dem fortschreitenden Klimawandel zunehmend unter Schneemangel. Die künstliche Beschneiung ist mit enormen Kosten und einer hohen Umweltbelastung (Energie- und Wasserverbrauch) verbunden und stösst an ihre Grenzen. Für Skigebiete lohnt es sich, alternative Tourismuskonzepte anzudenken, die auch ohne Schneesport funktionieren. Dazu können bestehende Anlagen umgenutzt werden. Aus einem Skilift wird beispielsweise auch im Winter eine Transportmöglichkeit für Wanderer und Bikerinnen.

Nutzung von Sömmerungsflächen

Aus klimatologischer Sicht ist es im Mittelland sinnvoll, Gemüse und Obst anzubauen. Bergregionen mit oftmals karger und steiler Landschaft eignet sich nicht für den Gemüseanbau. Diese Flächen können als Weideflächen für Wiederkäuer genutzt werden. Auf sogenannten Sömmerungsflächen verbringen die Tiere ihren Sommer. Sie reduzieren Verbuschung oder Verwaldung und leisten somit ihren Beitrag zur alpinen Biodiversität.

Lawinenverbauungen / Felssturzschutz

Mit dem Klimawandel nehmen alpine Naturgefahren wie Lawinen, Felsstürze, Murgänge und Steinschläge zu. Eine Kombination aus natürlichem (Schutzwald) und technischem Schutz sowie einer angepassten Planung kann die Risiken durch die zunehmenden alpinen Naturgefahren wirksam reduzieren und die Sicherheit der Bewohnenden und der Touristinnen und Touristen in den Bergregionen gewährleisten. Überwachung und technische Warnsysteme lassen Naturgefahren frühzeitig erkennen.

Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: Landwirtschaft
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: LandwirtschaftBild: Simone Stolz / Elena Kaeser (ZHdK Knowledge Visualization)
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: Landwirtschaft
Zukunftsbilder Klima Kanton Luzern: LandwirtschaftBild: Simone Stolz / Elena Kaeser (ZHdK Knowledge Visualization)

Agri-PV

Durch die Installation von Solarpanels in Kombination mit Spezialkulturen kann die Fläche doppelt genutzt werden: Zur Produktion von Nahrungsmittel und Solarstrom. Ausserdem können die Panels als Schutz vor Extremwetter wie bspw. Hagel dienen.

Elektrifizierung und Robotisierung der Landwirtschaft

Betriebsmaschinen können elektrifiziert und so Treibhausgasemissionen reduzieren. Robotik und Automatisierung ermöglichen den gezielten und sparsamen Einsatz von Betriebsmitteln (z.B. Dünger, Pflanzenschutz), was die Umweltbelastung senkt. Ausserdem können durch Präzisionslandwirtschaft auch diversifizierte Anbausysteme gezielt bewirtschaftet, deren Produktivität und Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel gesteigert werden.

Solidarische Landwirtschaft

Bei der solidarischen Landwirtschaft (kurz: Solawi) arbeiten die Konsumierenden eng mit den Produzierenden zusammen. Sie sind in die strategischen Entscheide, was angebaut oder produziert wird, involviert, aber packen auch praktisch auf dem Hof mit an. Die Produkte werden ökologisch und sozial nachhaltig produziert. Wenn Konsumierende über längere Zeit Betriebsbeiträge zahlen, geben sie den Produzierenden eine Abnahmegarantie, schützen sie vor Preisdruck und sichern deren Einkommen. So findet eine Risikoteilung statt.

Anbau von Spezialkulturen

Als wirtschaftlich lohnenswerte Alternative zur Tierhaltung bietet sich Landwirtschaftsbetriebe der Anbau von Spezialkulturen (Obst, Beeren, Gemüse, Kräuter oder Nüsse) an. Bei der Umstellung von Tierhaltung zu Spezialkulturen können die Emissionen pro Fläche gesenkt, jedoch die Wertschöpfung gesteigert werden.

Agroforst-Systeme

Bei Agroforst werden Bäume oder Sträucher auf Wiesen oder Ackerfeldern gepflanzt. Dies bietet zahlreiche Vorteile: Bäume und Sträucher spenden Schatten für Nutzpflanzen und Tiere – so kann die Produktivität auch bei Hitze aufrechterhalten werden. Die Wurzeln stabilisieren den Boden und beugen Erosion vor. Zudem bietet das Gehölz Lebensraum für Tiere und Insekten und leistet so einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität. Agroforst ist eine alte, kulturelle Praxis, die jedoch mit der Industrialisierung etwas in den Hintergrund gerückt ist. Denn ein Nachteil ist, dass die Felder je nachdem mit grossen Maschinen weniger einfach zu bewirtschaften sind.

Graslandbasierte Milchproduktion

Rund 80 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der Schweiz ist Grasland. Wenn Milchkühe mit Grasland gefüttert werden, kann auf die teure und emissionsintensive Abhängigkeit von Futtermittelimporten aus dem Ausland verzichtet werden. Diese Art der Milchproduktion setzt jedoch eine Reduktion der Tierbestände voraus, was auch die absolute Milch- und Fleischproduktion verringert. Um die Klimaziele der Schweiz zu erreichen, müssen die Tierbestände schweizweit um einen Viertel bis einen Drittel gesenkt werden.

Nachhaltiges Wassermanagement

ie Wasserversorgung (Brauch- und Trinkwasser) muss sich an zunehmende Starkniederschläge und längere Trockenperioden anpassen. Dies auch in der Landwirtschaft. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um das Wasser besser im Boden und im Grundwasser zu speichern: Retentionsbecken, Regenwassersammlung, Versickerungsmulden und -kanäle, schonende Bodenbearbeitung, Untersaaten, Keylines, Agroforst oder Hecken im Kulturland können dazu beitragen. Bei Keylines werden entlang der natürlichen Höhelinien Gräben und Dämme angelegt, die sicherstellen, dass das Regenwasser aufgefangen und langsam und gleichmässig versickert. Ebenso kann Erosion verhindert werden. So gibt es bei Überschwemmungen weniger Schäden.

News und Updates zum Projekt

Download und Bestellungen

Die Bilder werden den Gemeinden und interessierten Vereinen in Printformat und digital für die Klimakommunikation kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Zukunftsbilder können unter Angabe der Quelle kostenlos für nicht kommerzielle Zwecke verwendet werden.

Hier können Sie die gewünschten Bilder und Formate, sowie Textvorschläge herunterladen:

Das Projekt wird vom Bundesamt für Umwelt (BAFU), der Albert Koechlin Stiftung & dem Lotteriefonds Kanton Luzern unterstützt.

Partner:innnen