Begrünung und Beschattung von öffentlichen Räumen
In Schweizer Städten ist es aufgrund des Hitzeinseleffekts oftmals über 5 °C heisser als in den umgebenden ländlichen Regionen. Gebäude, Beton und Asphalt in einer Stadt speichern Wärme und kühlen im Vergleich zum Umland nachts langsamer ab. Abwärme von Heizungen, Kühlsystemen und anderen technischen Anlagen heizen die Stadt zusätzlich auf. Schmale Strassenschluchten schränken die Durchlüftung ein. Was tun? Bäume, Sonnensegel und Unterstände bieten Schatten. Entsiegelte Flächen (siehe Punkt 3, «Schwammstadt») kühlen die Stadt ab. Begrünte Flächen, Fassaden und Dächer schaffen ein angenehmes Klima.
Neuen Raum schaffen / Raum neu nutzen
Öffentliche Plätze werden attraktiv und klimaangepasst gestaltet. Manche Orte dienen neu als Spielplätze, Parkanlagen oder der Mehrfachnutzung für Märkte oder Feste. Diese Orte für Begegnungen dienen als «Cool-Spots» während heissen Tagen, steigern die Lebensqualität und fördern den interkulturellen und intergenerationellen Austausch.
Raum für Biodiversität schaffen
Für Amphibien, Reptilien, Insekten und Vögel können Städte wertvolle Lebensräume sein. Solche Lebensräume lassen sich mit einheimischen Pflanzen wie Obstbäumen, Sträuchern und Blumen schaffen – aber auch mit Biotopen, Nistkästen oder Trockenmauern.
Förderung der Kreislaufwirtschaft
Mit der Kreislaufwirtschaft wird angestrebt, Produkte durch Teilen, Ausleihen, Reparieren, Aufarbeiten oder Recyceln möglichst lange zu nutzen. An Tauschbörsen, Flohmärkten, Brockenstuben und Second-Hand-Läden finden nicht mehr verwendete Habseligkeiten wie Bücher, Spielzeuge, Kleidung, Schuhe usw. neue glückliche Besitzerinnen und Besitzer. Dies schont nicht nur Ressourcen, sondern bringt auch Menschen zusammen. Bei dieser Massnahme ist es wichtig, das grosse Ganze nicht aus den Augen zu verlieren: Es ist grundsätzlich am Wichtigsten, den persönlichen Konsum zu reduzieren und das Notwendige in hoher Qualität zu erwerben. Das Tauschen oder Verkaufen rechtfertigt daher keinen Konsum von Neuware.
Regionale, saisonale und pflanzenbasierte Ernährung
Aus Sicht des Klimaschutzes ist es sinnvoll, wenn die Landwirtschaft auf graslandbasierte Milchwirtschaft setzt und den Tierbestand reduziert. Dies ist jedoch nur zielführend, wenn der Schweizer Konsum sich dementsprechend verändert. Sonst wird nämlich der fehlende Teil lokaler Produktion durch den Import von Milch- und Fleischprodukten aus dem Ausland kompensiert, was gar zu einer Steigerung der Emissionen führen kann.
Steigerung des Fuss- und Veloverkehrs
Stadträume regen durch ein zusammenhängendes, sicheres und allenfalls getrenntes Netz zum Radfahren und Zu-Fuss-Gehen an. Dieser Aktivverkehr fördert nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern reduziert auch die verkehrsbedingten Emissionen, den Verkehrslärm und erhöht die Sicherheit für alle Beteiligten.
Cargovelos
Transportfahrten in Städten werden teilweise mittels Transport-/Cargovelo gemacht, sei dies für Güter- wie für Kindertransporte. Diese Velos können elektrisch oder mittels Muskelkraft betrieben werden. Auch hier helfen Sharingangebote, damit nicht jede und jeder ein solches besitzen muss.
Intergenerationeller Austausch
Der Klimawandel kann nicht durch eine Person allein gebremst werden. Für wirksamen Klimaschutz braucht es gemeinsames Handeln. Ein starker sozialer Zusammenhalt, kollektives Denken und der Austausch zwischen den Generationen kann Klimaschutz voranbringen.
in reduzierter, entschleunigter Lebensstil kann den Ressourcen- und Energieverbrauch verringern. Er basiert auf dem Prinzip der Suffizienz – also dem Leben mit weniger Konsum. Dies kann die Lebensqualität steigern, etwa durch mehr Zeit für soziale Kontakte. Solch ein «Slow Living»-Ansatz geht oft mit einem Wertewandel einher: weg von materiellem Besitz, hin zu Achtsamkeit und Verbundenheit. Dieses Konzept richtet sich vor allem an wohlhabendere Gesellschaften mit hohem Konsumniveau, setzt jedoch gewisse persönliche Freiräume und Ressourcen voraus.
Entschleunigung des Lebensstils
Das Konzept des «Slow Living» findet vor allem in wohlhabenden Ländern Anwendung, in denen ein hoher Konsum zur globalen Umweltbelastung beiträgt. Gleichzeitig erfordert ein entschleunigter Lebensstil bestimmte Ressourcen und Freiheiten, die nicht allen Menschen in gleich hohem Mass zur Verfügung stehen.