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Kernkraft und das zukünftige Schweizer Energiesystem: Eine technisch-ökonomische Analyse basierend auf Modellresultaten

Wie zahlreiche andere Staaten hat sich auch die Schweiz verpflichtet, bis 2050 Netto-Null bei den inländischen Treibhausgasemissionen zu erreichen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, muss die Schweiz ihre bestehende kohlenstoffarme Stromerzeugung – die überwiegend auf Wasserkraft und Kernenergie beruht – ausbauen und weitere Sektoren elektrifizieren, die heute noch auf fossile Energieträger angewiesen sind, insbesondere den Wärme- und den Verkehrssektor. Für die Bereitstellung kohlenstoffarmen Stroms stehen unterschiedliche Optionen zur Verfügung, wobei jeder mögliche Entwicklungspfad mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist. Zu den weitreichendsten energiepolitischen Entscheidungen zählt die Frage, ob zusätzliche Stromproduktion im Inland durch neue Kernkraftwerke erfolgen soll. Diese Frage steht derzeit im Zentrum der politischen Diskussion in der Schweiz.

Kernkraft und das zukünftige Schweizer Energiesystem: Eine technisch-ökonomische Analyse basierend auf Modellresultaten
Image: ETH Zurich

Dieser Bericht skizziert die Bandbreite möglicher zukünftiger Energiesysteme, die sich aus unseren technisch-ökonomischen Modellierungen ergibt, und analysiert die Bedingungen, unter denen neue Kernkraftwerke im Schweizer Energiesystem kostenoptimal sein könnten. Hierfür kommen vier unterschiedliche technisch-ökonomische Modelle zur Bestimmung des optimalen Stromproduktionsmixes zum Einsatz, die auf verschiedene Zukunftsszenarien abgestimmt sind und sich anhand von drei zentralen Rahmenbedingungen unterscheiden: 1) der Frage, ob die Kernenergie in das bestehende Ziel von jährlich 45 Terawattstunden zusätzlicher emissionsfreier Stromerzeugung im Inland einbezogen und ähnlich gefördert wird (z. B. via Subventionen) wie andere neue erneuerbare Energien (Photovoltaik, Windkraft, Geothermie und Biomasse), 2) der Höhe der auf Grund von industrieller Innovation oder Subventionen (um die Kerntechnologie kompetitiv zu machen) erreichbaren Overnight-Kapitalkosten neuer Kernkraftwerke und 3) der Frage, ob der Staat politische Unterstützung zur Risikominderung bei Investitionen in die Kernenergie (z. B. Kreditgarantien oder die Ko-Finanzierung der Kapitalkosten) bereitstellt, um die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) zu senken.

Die Modelle unterscheiden sich hinsichtlich ihrer räumlichen und zeitlichen Auflösung, der berücksichtigten Wirtschaftssektoren sowie ihres Umgangs mit Unsicherheiten. Da kein einzelnes Modell sämtliche Detailebenen erfassen kann und strukturelle Unterschiede zwischen den Modellen zwangsläufig zu Abweichungen in den Ergebnissen führen, fokussieren wir uns auf jene Ergebnisse, bei denen die Modelle konsistente Trends erkennen lassen. Wenn verschiedene Modelle zu ähnlichen Ergebnissen gelangen, spricht dies dafür, dass diese Erkenntnisse über unterschiedliche Perspektiven auf das Energiesystem hinweg konsistent sind.

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